Freitag, 25. Februar 2011

Kurze Anmerkung zu Verteidigungsminister Guttenberg

Wer einmal bei Googel Bilder „guttenberg“ + „afghanistan“ eingibt, wird auf etliche Bilder stoßen, die den Verteidigungsminister zusammen mit Soldaten und/oder im Einsatzgebiet der Bundeswehr in Afghanistan zeigen. Guttenberg ist da mal mit Kampfhelm und Sonnenbrille, mal mit Bundewehrshirt und schusssicherer Weste, mal im Kampfhubschrauber hinter einem Soldaten am Bordmaschinengewehrs usw. zu sehen. Bilder sprechen manchmal eine deutlichere Sprache, als das, was gesagt wird. Guttenberg scheint der Job als Befehlshaber einer sich im Krieg befindenden Bundeswehr zu gefallen, das sagen die Bilder. Guttenberg war schon als junger Mann bei der Bundeswehr und absolvierte einen Unteroffizierslehrgang. Die Bundeswehr liegt ihm also.

Der aktuelle Skandal um seine Doktorarbeit ist ein Thema für sich. Für mich noch erschreckender ist, dass ein deutscher Verteidigungsminister Guttenberg, der sich mit seiner ihm unterstellten Armee in einem Krieg befindet und diesen auch richtig findet, lange Zeit beliebtester Politiker in Deutschland war, laut manchen Medienberichten sogar auch jetzt noch ist.

Kommentare:

Tobias Kraus hat gesagt…

Das ein Verteidigungsminister überhaupt so populär werden kann ist seltsam. Wünschen sich da die Deutschen wieder "jemand zu sein" in der Weltpolitik? Auch um eines Krieges als Mittel willen?

Sven Fuchs hat gesagt…

Hallo Tobias,

"Das ein Verteidigungsminister überhaupt so populär werden kann ist seltsam."

Das ist der Punkt!

In der Zeit-Online ist unter der Rubrik "Leserartikel-Blog" derzeit ein Artikel zu lesen, der von der Zeit-Redeaktion auch auf der Startseite unter "Comunity" aufgeführt wird (und somit von der Redation als besonders lesenswert erachtet wird): http://community.zeit.de/user/eric-wallis/beitrag/2011/02/24/ein-armer-adeliger-mann-und-warum-wir-deutschen-dennoch-zu-ihm-h

Dort schreibt der Leser u.a.:

"Endlich ein Politiker, wie wir Umfragedeutschen ihn uns immer erträumt haben und ganz anders als wir: jung, schlank, rhetorisch gewandt - ein perfekter Politiker.
Seine Sprache stärkte einem das fernsehgekrümmte Rückgrat während der Tagesschau. Man zuckte und fühlte ein längst vergessenes „Stillgestanden“ in den Reihen jener lange Jahre verweichlichten Bundeswehr."

Der Leser fasst hier vielleicht etwas zusammen, wie wohl viele denken oder dachten. Und das ist eben erschreckend...