Freitag, 23. April 2010

Alice Miller ist gestorben

Die Kindheitsforscherin Alice Miller starb am 12. April im Alter von 87 Jahren, wie der Suhrkamp Verlag erst kürzlich mitteilte. Ihre Bücher sind Bestseller und wurden in 30 Sprachen übersetzt.

Der Tod von Alice Miller wird - so glaube ich - allerdings nicht das bewirken, was sie sich seit Jahrzehnten wünscht: Ein umfassendes gesellschaftliches Bewusstsein dafür, dass das, was Kindern jeden Tag millionenfach an Leid (vor allem durch ihre Eltern) zugefügt wird, sich in deren späteren Leben enorm destruktiv auswirkt und vor allem auch auf der gesellschaftlichen, politischen Bühne wiederaufgeführt wird, in Form von Krieg, Terror, politischen Konflikten usw. usf.

Die Medien hätten jetzt die Chance, das Wissen, was Miller hinterlässt, umfassend aufzubereiten, es zu diskutieren und es zu verbreiten. Gerade in der heutigen Zeit, wo Krieg durch westliche Länder wieder auflebt, sollte dies Thema sein. Ich bin nicht sicher, ob die Medienschaffenden den Mut und den Willen, vielleicht mehr noch die Emphatie dazu haben werden. Wir werden sehen.

Kommentare:

mo hat gesagt…

guten abend,

ich sehe erfreut, dass auch andere ähnliche und gleiche felder wie ich beackern - wenn Sie nichts dagegen haben, würde ich Ihr blog gerne verlinken.

ja, und meine anmerkungen zum tod von alice miller bleiben nachzutragen.

mit freundlichen grüßen
mo

Anonym hat gesagt…

ich glaube, dass Alice Miller überschätzt wird. Miller bringt in ihren büchern immer wieder beispiele (z.t schlimme beispiele, zugegeben!), mit denen sie ihre these untermauert, dass kindern von ihren eltern u.a. durch ungleiche machtverteilung schaden zugefügt wird. das verallgemeinsert sie dann. doch was genau fordert sie denn? wie soll nach Miller erziehung aussehen, damit die kinder keine psychischen schäden davontragen?