Mittwoch, 15. Juni 2016

Omar Mateen - Erste Spuren zu einer destruktiven Kindheit

Omar Mateen war ein gewalttätiger Mann. Das erlebte z.B. seine Ex-Frau schon Jahre vor dem aktuellen Massaker in Orlando. Omar misshandelte sie. Seine Ex-Frau sagte.„He would just come home and start beating me up because the laundry wasn’t finished or something like that.” (washingtonpost.com, 13.06.2016, „Gunman who killed 49 in Orlando nightclub had pledged allegiance to ISIS“)
Es ist erstaunlich, dass in der kurzen Zeit nach dem Massemord bereits zwei wesentliche Informationen über das Familienleben und die Kindheit von Omar vorliegen. Eine ehemalige Nachbarin sagte in einem Interview, dass Omar ein sehr rastloses und schwer zu kontrollierendes Kind gewesen sei. Seine Mutter schlug ihn häufig. „She said that Mateen’s mother `used to slap him a lot` when he got too rambunctious.“ (New YorK Daily News, 13.06.2016, „Former Long Island neighbor of Orlando gay club shooter recalls him as ‘restless’ kid“) Die Nachbarin hatte offensichtlich wenig Mitleid mit dem Kind, sondern eher mit den Eltern, denn sie fügte an:
Poor parents. You can tell when children behave like that, they bring it up with them.“ (ebd.)

Ebenso ist häusliche Gewalt im Hause Mateen belegt. Omars Mutter wurde 2002 inhaftiert, weil sie gewalttätig gegen ihren Ehemann wurde. (radaronline, 13.06.2016, „Violent Past exposed! Orlando Shooter`s Mom Arrested After Attack“ ) In einem anderen Bericht wurde ebenfalls über die Inhaftierung der Mutter geschrieben. Omars Mutter habe allerdings ausgesagt, ihr Mann hätte gedroht, sie zu töten. (TCPalm, 14.06.2016, „Domestic battery charge dropped against Omar Mateen’s mother“) Demnach hätte sie sich nur verteidigt.  Ob die Mutter von sich aus häusliche Gewalt ausübte oder der Vater der eigentliche Aggressor war, so oder so, beide Möglichkeiten bedeuten für die Kinder der Familie ein Aufwachsen in einer Atmosphäre der Gewalt.

Omars Vater hat nach der Tat seines Sohnes über Facebook verlauten lassen: „Es ist Sache Gottes, Homosexuelle zu bestrafen. Nicht die seiner Diener.“ (welt.de, 13.06.2016, „Vater des Täters verstört mit schwulenfeindlichem Video“) Das spricht nicht gerade für emotionalen Feinsinn, um es milde auszudrücken. Der Vater sei außerdem in der afghanischen Gemeinde für seine „ultrakonservativen Ansichten“ bekannt und in einem Video nannte er die radialislamischen Taliban „Kriegsbrüder“. (ebd.) Ein anderer Bericht geht ausführlich auf das teils bizarre politische Verhalten von Omars Vater ein: „Doch wo sieht sich Seddique Mateen selber? Nicht nur als Politiker, sondern gar als der nächste afghanische Präsident, wie er auf seinem Youtube-Kanal und auf Facebook proklamiert. Sogar als «Übergangsregierung» betitelt er sich. Seine Organisation, deren Grösse nicht eruiert werden kann, glaubt er als einzig möglicher Vermittler zwischen Taliban und den USA (…)“ (tagesanzeiger, 13.06.2016, „Der bizarre Vater“)

Dies alles sind erste wenn auch überdeutliche Oberflächeninformationen. Es ist zu vermuten, dass unter dieser Oberfläche Abgründe lauern. Die unvorstellbar grausame Hass-Tat von Omar Mateen erzählt ja an sich bereits etwas über den Täter. Wieder einmal bestätigt sich, dass geliebte und gewaltfrei erzogene Kinder nicht zu Massenmördern werden. Diese Täter kommen von genau der anderen Seite. Darüber sollten wir reden.


Kommentare:

VISION ACTION CHANGE hat gesagt…

Super-Analyse! Danke für die Darstellung dieses wichtigen Aspekts, der sonst lediglich in einem "Nebensatz" abgehandelt wird.

Sven Fuchs hat gesagt…

Wichtiger Artikel: http://www.emma.de/artikel/exlover-von-omar-meldet-sich-beim-fbi-332757

EX-Freund von Omar sagte folgendes aus: "Aber er habe panische Angst vor seinem Vater. Wenn sein Vater die Wahrheit erfahre, würde er ihn umbringen." "Die Wahrheit" war Omars Homosexualität. Was ist das für ein Vater, vor dem der Sohn Todesangst hatte?