Freitag, 29. April 2016

Neues Buch über Anders Breivik mit ausführlichen Infos über seine Kindheit


Ganz aktuell erschien das Buch "Einer von uns. Die Geschichte eines Massenmörders" von Åsne Seierstad (von mir als eBook Kindle Version gelesen, Kein & Aber Verlag)

Das Buch enthält bzgl. der Kindheit von Anders Breivik für mich nicht viel Neues. Etwas ausführlicher als mir bereits bekannt wird in dem Buch auf die Vernachlässigung von Anders und seiner Schwester eingegangen, ebenso auf den oft offen geistig verwirrten Zustand der Mutter (Wenche). Eine Information schlug mir besonders ins Auge. Während des Aufenthaltes zusammen mit ihrem Sohn Anders zur Begutachtung in einer psychiatrischen Klinik (ich hatte bereits darüber berichtet) hörten die Ärzte Wenche ihren Sohn anschreien: „Ich wünschte, du wärst tot!“ (Position 386) Dass sie ihrem Sohn gegenüber solche Sätze gesagt hatte und ihn zweitweise auch abschieben bzw. zur Adoption freigeben wollte, war mir bereits bekannt. Dass sie diesen Satz auch innerhalb der Klink hörbar für Andere geschrien hatte, ist mir allerdings neu. Dadurch wird noch einmal deutlich, wie selbstverständlich ihre Ablehnung gegenüber ihrem Sohn war. Man mag sich gar nicht vorstellen, was alles zu Hause - in ihrem unbeobachteten Rahmen - passierte, wenn Wenche sich bereits so krass in dem Umfeld der Psychiatrie verhielt…

Die Autorin Seierstad geht sehr ausführlich auf die Mutter von Anders ein, was für mich neue Information bedeutet. Dass Wenche als Kind schwer belastet war, hatte ich bereits an anderer Stelle (siehe Link oben) kurz erwähnt. Das Bild wird durch „Einer von uns“ nun komplexer:

Wenche wurde gleich nach der Geburt in ein Kinderheim gegeben und blieb dort 5 Jahre. Dann schloss das Heim und sie kam zurück zu ihrer Familie, innerhalb der sie sich selbst überlassen blieb. Der Vater war oft abwesend, die Mutter ließ ihren Frust an der Tochter aus, schrie sie an, sie tauge zu nichts. Ein Bruder quälte und misshandelte sie ständig so sehr, dass Wenche es oft vorzog, außerhalb des Hauses zu bleiben oder sich versteckte. Auch die Kinder ihrer Umgebung grenzten Wenche aus, sie hatte keine Freunde. Mit 12 Jahren hatte sie ernste Suizidabsichten, nahm aber von dem Plan Abstand. Mit 17 Jahren verließ sie die Familie fluchtartig. Erst Jahre später besuchte sie erstmals wieder ihre Mutter, die mittlerweile ernsthaft psychisch krank geworden war und unter paranoiden Wahnvorstellungen und Halluzinationen litt. Das Pflegeheim sollte die Mutter nicht mehr verlassen, als sie starb, besuchte ihre Tochter die Beerdigung nicht. (Position 172-200)

Hier zeigt sich für mich noch einmal deutlich, dass der Fall Breivik viel mehr Kapitel aufschlägt, als nur die Geschichte eines misshandelten Jungen, der zum Massenmörder wurde. Auch seine Mutter hatte eine extrem schwere Kindheit. Die Verhaltensweisen und psychischen Zustände der Eltern von Wenche – die Großeltern von Anders – lassen wiederum die Vermutung zu, dass auch diese als Kind schwer belastet waren. Insofern kann man den Fall Breivik nicht isoliert betrachten. Der Fall ist auch ein Lehrstück über die Geschichte der Kindheit; über Eltern, die als Kind geschädigt wurden und wiederum ihre eigenen Kinder schädigen. Eines dieser schwer geschädigten Kinder wurde zum Massenmörder.
Ich habe das Buch „Einer von uns“ nicht durchgelesen, sondern nur gezielt nach Informationen gesucht. Mein Eindruck ist aber, dass die Autorin Wert darauf lag, die Ereignisse ohne eine Bewertung oder eigene Kommentare chronologisch in einer gut lesbaren Form wiederzugeben. Aage Borchgrevink (Link oben) ging da in seinem Buch anders vor und hat überdeutlich darauf hingewiesen, dass der Fall Breivik für ihn ein Lehrstück über Kindesmisshandlung und Prävention in Form von Kinderschutz ist.
Das Buch von Åsne Seierstad ist eine Chance. Erstmals wurde in deutscher Sprache ausführlich über die Kindheit von Anders Breivik geschrieben (bzw. das Buch wurde übersetzt). In der aktuellen Ausgabe der EMMA (Nr. 3, Mai/Juni 2016, S. 60+61) wurde das Buch ausführlich besprochen, ebenfalls die Kindheit von Breivik. Wer weiß, vielleicht führt das Buch endlich dazu, dass hierzulande der Kindheitsalptraum dieses Massenmörders bekannt wird, was 1. hilft, seine Taten zu erklären (nicht zu entschuldigen) und 2. die richtigen Ansätze für nachhaltige Terrorprävention aufzeigt: Mehr Kinderschutz.

Dienstag, 19. April 2016

Kindheit von Recep Tayyip Erdoğan

Ich habe nur kurz recherchiert, vielleicht gerade einmal 15 Minuten. Und schon habe ich einige Details über die Kindheit Erdoğans gefunden, die im Grunde bereits alles sagen:

"Erdoğan wuchs in kleinen Verhältnissen auf, in einem Hafenviertel, auf dessen Straßen das Gesetz des Stärkeren galt: Wer Schwäche zeigt, hat schon verloren. Wer beleidigt wird, muss zurückschlagen." (Focus.de, 14.04.2016, "So wurde der türkische Staatspräsident zu dem, was er ist")
Unter Verweis auf Recherchen des SPIEGEL wird in dem Artikel geschrieben, dass er nie einer Schlägerei aus dem Weg ging.

In einem FAZ Artikel wird Erdoğans Vater kurz und knapp in einem Satz beschrieben:  "Er war fromm, streng, autoritär." (FAZ, 05.08.2008, "Der Realo aus dem Hafenviertel")
"Erdoğans Erziehung war streng. Vor einigen Jahren berichtete er, wie er einmal von einer Nachbarin den Hintern versohlt bekam und darauf ein paar Flüche ausstieß – mit der Folge, dass er von seinem Vater zur Bestrafung an den Füßen mit dem Kopf nach unten aufgehängt wurde. Ein Onkel habe sich schließlich seiner erbarmt und ihn aus der misslichen Lage gerettet." (Die Presse, 10.08.2014, "Erdoğan, der Staatsmann aus dem Schlägerviertel")
Man kann sich vorstellen, dass weitere destruktive Erziehungsmaßnahmen im Hause Erdoğan keine Ausnahme gewesen sein werden. (Nachträglicher Hinweis: Noch mehr Details über seine Kindheit habe ich in dem Beitrag Opferrituale. Ereignisse in der Türkei bestätigen psychohistorische Annahmen zusammengetragen.)

Für mich sind diese Informationen keine Überraschung, da das Verhalten des türkischen Präsidenten bereits eine deutliche Sprache spricht. Ein autoritärer Charakter fällt bekanntlich nicht vom Himmel. Allerdings beunruhigen mich die Informationen, da es unwahrscheinlich ist, dass jemand, der derart als Kind geprägt wurde, von dem einmal eingeschlagenen Weg ablässt. Die Macht, die er inne hat und die er immer weiter auszubauen scheint, wird einem Menschen, der einst als Kind misshandelt wurde, weiter zu Kopf steigen. Im Hinterkopf wirkt die alte Ohnmacht und die verträgt sich nun mal nicht mit großer realer Macht.

Donnerstag, 14. April 2016

Kindheit von Kurt Cobain - Sein Leben als eine mögliche Ausdrucksform von Selbsthass

 
Der vierzehnjährige Kurt Cobain zu einem Jugendfreund: Ich werde ein Rocksuperstar, bringe mich um und mache einen flammenden Abgang.“ (Cross 2013, Position 780)


Ich selbst war ein Teenager, als die Band Nirvana mit ihrem Hit „Smells Like Teen Spirit“ ihren Durchbruch feierte und ein Stück weit die Mainstream Musiklinie veränderte. Ich hörte damals alles Mögliche an Musik. Ich war nie ein vergötternder, abgehobener Fan irgendeiner Band, aber ich war Fan einiger Bands, dazu gehörte eine Zeit lang Nirvana. 1994 hatte ich eine Karte für das geplante Konzert in Hamburg, was mein erster Livebesuch dieser Gruppe gewesen wäre.  Der Auftritt fiel aus, Kurt Cobain hatte sich erschossen...

Wenn ich die Musik von Nirvana heute zufällig im Radio höre, dann höre ich die Musik mit großer Distanz. Gut, ich bin kein Teenager mehr, der Musikgeschmack verändert sich. Aber es ist auch dieses offen Destruktive, das die Musik und vor allem die Texte/den Gesang durchzieht, das mich stört. Manche Melodien finde ich dagegen bis heute gut. Die Beschäftigung mit dem Sänger der Band, Kurt Cobain, ist somit ein Stück weit persönlicher, so man will, als wenn ich die Kindheit von Stalin & Co. bespreche. 

Als Student kaufte ich mir einmal ein Exemplar der „Tagebücher 1988 -1994“ von Kurt Cobain. Irgendwie hatte ich wohl immer noch Fragen offen. Warum hat Kurt Cobain so enorm destruktiv gelebt? Warum hat er sich erschossen? Wie war seine Kindheit? Wer war er überhaupt? Damals machte ich einige Notizen in den Tagebüchern, da kleine Details etwas zur Kindheit andeuteten. Aber an sich fand ich die Texte und Bilder einfach nur wirr, deshalb auch schwer zu lesen und wenig erkenntnisreich. Für diesen Text werde ich trotzdem kurz daraus zitieren.

Vor einigen Tagen sah ich in der ARD die Dokumentation „All Apologies - Kurt Cobain“ (06.04.2016, ARD) Diese Doku hat mich noch einmal motiviert, etwas genauer zu recherchieren. Man erfährt darin, dass Kurt Cobain in der trostlose Holzfällerstadt Aberdeen aufgewachsen ist, die durch den Niedergang der Holzindustrie fast zur Geisterstadt wurde. Ein destruktives Lebensgefühl lag also über der Stadt.
Kurt hatte eine relativ glückliche Kindheit, bis seine Eltern sich scheiden ließen.“, sagte eine Jugendfreundin von Kurt in der Doku. Nach der Scheidung lebte er bei seinem Vater und seiner Stiefmutter. „Von seinen Eltern fühlte er sich nicht akzeptiert“, hängt die Jugendfreundin noch an. Zeitweise war der wohl bereits ältere Kurt obdachlos, schlief unter Brücken oder im Krankenhausvorraum. Nachdem ich diese Informationen herausgefiltert hatte, wurde das Bild für mich bereits etwas klarer. Ich fragte mich aber immer noch: Reicht das aus? Kurt Cobain hatte eine derart destruktive, selbsthassende, „alles-egal“ Ausstrahlung, er war drogensüchtig und da war auch noch sein Selbstmord. Erklärt ein trostloses Umfeld, eine Scheidung, nicht akzeptiert werden und spätere kurzzeitige Obdachlosigkeit eine solchen Lebensweg – gepaart mit einer (angeblich) relativ glücklichen Kindheit in den ersten Lebensjahren?

Für die Recherche besorgte ich mir das Buch „Der Himmel über Nirvana. Kurt Cobains Leben und Sterben“ von Charles R. Cross, der auch in der o.g. Doku oft zu Wort kam. Ich muss sagen, dass mich die Details über Kurt Cobains Kindheit geradezu umgehauen haben. Es ist erstaunlich, dass mich nach den langen Jahren der Recherche über Kindheit und Folgen von Kindesmisshandlung immer noch etwas umhaut. Mich haben die Informationen in dem Buch aus zwei Gründen umgehauen.
Erstens: Seine Kindheit war ein reiner Alptraum. Ich möchte in meinem Blog möglichst seriös arbeiten und habe auch einen gewissen wissenschaftlichen Anspruch. Mutmaßungen über Kindheitsgründe bleiben Mutmaßungen, solange man keine Belege vorlegen kann. Nach allem, was ich in den letzten Jahren gelesen und recherchiert habe, ist im Angesicht von extrem destruktiv agierenden Menschen allerdings eine gewisse Grundannahme nötig. Wer glaubt ernsthaft, dass Menschen wie Kurt Cobain oder andere Hasser und Zerstörer nur „hier und da“ Destruktivität als Kind erlebten? „Hier und da“ erklärt gar nichts! Das Verhalten von Menschen spricht bereits Bände über das, was sie selbst einst erlebten. Es war doch einfach nur logisch, dass jemand wie Kurt Cobain einen reinen Kindheitsalptraum erlebte. Wie hätte es anders sein können?
Zweites haben mich die Informationen umgehauen, weil ich sie bisher nirgends wahrgenommen habe. Auf Wikipedia stehen nur Oberflächeninfos über die Kindheit, selbst in der o.g. Fernsehdoku wurden enorm wichtige Details über seine Kindheit ausgespart, obwohl man ja mit dem besagten Biografen zusammengearbeitet hatte. Wie können so wichtige Details, wie ich sie gleich besprechen werde, öffentlich so wenig Beachtung finden? Unfassbar.

Fangen wir gleich mit einer wesentlichen Information an: Kurt wurde als Kind von seinem Vater Don misshandelt. „Don war kein Mann vieler Worte und er hatte nie gelernt, Gefühle auszudrücken.“ (Cross 2013, Position 602) und „Wie einst sein Vater mit ihm war auch Don streng mit seinen Kindern. Einer von Wendys Vorwürfen an ihren Mann war der, dass er von den Kindern ständig Tadelloses Betragen verlangte – ein unmöglicher Standard – und von Kurt erwartete, er solle sich wie ein `kleiner Erwachsener` benehmen.“ (ebd., Position 439) Entsprechend gab es für alltägliche Vergehen „öfter mal eine Tracht Prügel“. (ebd.) Und ergänzend gab es Drohungen:  „(…) Dons übliche – und beinahe täglich angewandte – Methode der körperlichen Züchtigung bestand darin, Kurt mit zwei gestreckten Fingern vor die Brust oder gegen die Schläfe zu stoßen. Das tat zwar nicht besonders weh, der psychologische Schaden jedoch war enorm: Die Stöße erinnerten seinen Sohn ständig daran, dass ihm jederzeit Schlimmeres blühen konnte, und verstärkten Dons Dominanz. Kurt begann sich immer öfter in den begehbaren Wandschrank seines Zimmers zurückzuziehen.“ (ebd.) Spott und Sarkasmus beherrschten den Familienalltag ebenso wie Geldsorgen und Streitigkeiten zwischen den Eltern.

Schließlich trennten sich die Eltern als Kurt neun Jahre alt war. Die Scheidung bezeichnet der Biograf als Krieg, „der mit all dem Hass, der Bosheit und den Rachegelüsten einer Blutfehde geführt wurde. Für Kurt kam das alles einem emotionalen Super-GAU gleich – kein anderes Erlebnis in seinem Leben hatte mehr Einfluss auf die Prägung seiner Persönlichkeit.“  (Cross 2013, Position 547) Im Juni des Scheidungsjahres schrieb Kurt an die Wand seines Schlafzimmers: „Ich hasse Mom, ich hasse Dad. Dad hasst Mom, Mom hasst Dad. Man möchte einfach nur noch ganz traurig sein.“ (ebd.)
Kurz nach der Scheidung wollte Kurt zu seinem Vater (der bei seinen eigenen Eltern lebte) ziehen und tat dies auch. Dies bedeutete auch, dass Kurt unter den Einfluss seiner Großeltern – Leland und Iris - kam (Wir erinnern uns: Kurts Großvater Leland war sehr streng mit seinem Sohn, Kurts Vater, umgegangen. Außerdem hatte Leland selbst eine schwere Kindheit in bitterer Armut verbracht, sein Vater war zudem früh gestorben). Sein Vater heiratet wenig später erneut, gegen den Willen von Kurt, was neue Konflikte hervorbrachte. Es ist schon aufschlussreich, dass Kurt unbedingt bei seinem Vater leben wollte, obwohl dieser ihn doch misshandelt und gedemütigt hatte.

Über Kurts Mutter Wendy erfährt man einiges, was ich gleich noch ausführen werde, allerdings wenig über ihren Erziehungsstil. Ihr Verhältnis zu ihrem Sohn muss entsprechend miserabel gewesen sein, wenn dieser lieber zu seinem gewalttätigen Vater zieht. In seinem Tagebuch blickt Kurt Cobain auf seine Highschool-Zeit zurück und wie er erstmal Pot rauchte. Beiläufig schreibt er: „Zufällig erreichte die seelische Misshandlung durch meine Mutter in diesem Monat ihren Höhepunkt. Es stellte sich heraus, dass mir Pot nicht mehr so gut half, meinen Sorgen zu entkommen. Mir machte es richtig Spaß rebellische Dinge zu tun, wie Alkohol zu klauen, Schaufenster einzuwerfen und Schlägereien anzufangen etc. Mir war sowieso alles egal. Im Monat darauf beschloss ich, nicht bloß auf meinem Dach zu sitzen und darüber nachzudenken runterzuspringen, sondern mich wirklich umzubringen, aber ich wollte nicht aus dieser Welt gehen, ohne zu wissen, wie es ist zu bumsen.“ (Drechsler & Hellmann 2002, S. 31) Eine Seite weiter erfährt man, dass er einem Selbstmordversuch nur entging, weil der heranfahrende Zug ein Gleis weiter vorbeifuhr, statt auf dem, wo er sich hingelegt hatte. Wie konkret die „seelischen Misshandlungen“ durch seine Mutter aussahen, erfährt man nicht. Diese im Zusammenhang mit Suizidgedanken zu benennen, spricht wohl für sich.
Seine Mutter Wendy neigte zu Zornesausbrüchen, heißt es in der Biografie, allerdings auch ohne konkret zu werden.  (Cross 2013, Position 515) Kurz nach der Trennung kam sie mit einem neuen Mann zusammen, der ebenfalls zu Jähzorn und Gewaltausbrüchen neigte. (ebd., Position 539) Später, ca. 1978, brach er Wendy im Streit sogar den Arm. Wendy neigte ab dieser Zeit dazu, sich heftig zu betrinken. (Cross 2013, Position 641) Für den Freund seiner Mutter, hatte Kurt nur blanke Wut übrig. „Er konnte seine Mutter nicht vor ihm beschützen, und der Stress, die Auseinandersetzungen der beiden miterleben zu müssen, ließ ihn um ihr Leben fürchten, womöglich auch um seins. Er bedauerte seine Mutter und hasste sie sogleich dafür, sie bedauern zu müssen.“ (Cross 2013, Position 649) Kurt wurde in der Folge schwierig im Umgang mit Erwachsenen an sich, quälte und mobbte aber auch einen Mitschüler so sehr, dass dieser nicht mehr in die Schule gehen wollte. Sein Vater brachte ihn darauf einige Zeit zu einem Therapeuten.

Der mittlerweile vierzehnjährige Kurt isolierte sich immer mehr von seiner Familie; zeigte aber auch deutlich, wie es in seinem Inneren aussah. Eines Tages „warf er die lebendige Katze (Anmerkung: eines Nachbarn) in den Kamin des elterlichen Hauses und lachte, als sie starb und es im ganzen Haus zu stinken begann.“  (Cross 2013, Position 829) Experimente mit Drogen begannen bereits in der 8. Klasse, ebenfalls häufiges Schule schwänzen. (Cross 2013, Position 803) Auf seinen eigenen Wunsch hin verließ Kurt im März 1982 – im Alter von fünfzehn Jahren – seinen Vater und seine Stiefmutter um „die nächsten paar Jahre in der ´Wildnis` von Grays Harbor herumzutreiben. Obwohl er zwei längere Stopps von je knapp einem Jahr einlegte, lebte er während der nächsten vier Jahre in zehn verschiedenen Häusern, bei zehn verschiedenen Familien.“ (Cross 2013, Position 875) Eine Station davon war sein Großvater väterlicherseits, ansonsten diverse Onkel und Tanten.
In einem Brief an seinen Vater schrieb Kurt einen im Grunde alles zusammenfassenden Satz: „Ich habe nie Partei für Dich oder meine Mutter ergriffen, denn während ich aufwuchs, empfand ich für Euch beide die gleiche Verachtung.“ (Drechsler & Hellmann 2002, S. 243)

Dies sind die wesentlichen Grundzüge seiner Kindheit und Jugend. Darüber hinaus gab es Suizide in seiner Familie oder Kurt sah als Jugendlicher auch einen Jungen, der sich an einem Baum erhängt hatte. All dies wird dieses Kind schwer traumatisiert haben.
In seiner Einleitung schreibt sein Biograf: „Er war einer, der anderen seinen Willen aufzwang, gleichzeitig aber von einem schier übermächtigen Selbsthass zerfressen war. Sogar die, die ihn am besten kannten, hatten das Gefühl, ihn im Grunde überhaupt nicht zu kennen (…).“ (Cross 2013,Position 167)
In seinem Tagebuch schrieb Kurt Cobain an einer Stelle über sich: „Ich benutze Versatzstücke anderer Persönlichkeiten, um meine eigene zu formen.“ (Drechsler & Hellmann 2002, S. 91)

Jemand, der solche massive Verletzungen als Kind erlitten hat, kann keine eigene Persönlichkeit aufbauen und ist daraufhin von Selbsthass durchzogen. Arno Gruen hat viel darüber geschrieben.
Für mich ist das Rätsel um Kurt Cobain aufgeklärt. Ein Teil seines Erfolges beruht meiner Meinung nach auch darauf, dass Menschen in eine Nicht-Persönlichkeit (oder ein „falsches Selbst“) alles Mögliche hineinprojizieren können.  Kurt Cobain gab ein absurdes Statement in einem Interview ab oder schrieb einen bizarren Songtext, schon spekulierten alle wie er das gemeint haben könnte und was das über die Rebellion der Jugend aussagt usw. Aber vielleicht war es einfach so, wie er es sagte: Ohne Leben, ohne Gefühl, leer und ohne Sinn.

Um diesen Beitrag abzurunden und zum Bloggrundthema zurückzukommen. Jemand wie Kurt Cobain hatte musikalisches Talent. Dies leitete ihn auf einen bestimmten Weg. Auch ohne dieses Talent wäre sein Weg selbstdestruktiv gewesen. Wäre das gleiche Kind mit dem gleichen Kindheitsrahmen im Irak aufgewachsen, wäre er ein idealer Selbstmordattentäter. In Berlin wäre er vielleicht Linksextremist geworden. Als Kind reicher Eltern wäre er vielleicht jemand, der durch Geld und Macht andere Menschen niedermacht. Die Möglichkeiten sind so vielseitig, wie es Menschen gibt. Sein Weg wäre in allen erdenklichen Kontexten bei diesen extremen Kindheitshintergründen aber auf jeden Fall destruktiv und zerstörerische geworden.  Zumindest ohne Hilfe und Therapie. Das ist der Punkt.
Die meisten als Kind misshandelten Menschen werden keine Terroristen und Kriegstreiber. Dieser Fakt heißt aber nicht, dass sie nicht auch auf ihre eigene Art und je nach ihren Möglichkeiten ihre „Vergiftung“, ihren Hass ausdrücken. Kurt Cobain ist ein Beispiel dafür.


Quellen:

ARD  Dokumentation „All Apologies - Kurt Cobain“ (06.04.2016, ARD)

Cross, Charles R. (2013). Der Himmel über Nirvana. Kurt Cobains Leben und Sterben. Koch International / Hannibal Verlag. Kindle Edition.

Drechsler & Hellmann (2002). Kurt Cobain. Tagebücher. Köln: Kiepenheuer & Witsch.

Kindheit von Extremisten vor einem Millionenpublikum diskutiert, aber nicht genug

Unter dem Titel „Terror im Namen Gottes - hat der Islam ein Gewaltproblem?“ wurde am 11.04.2016 die ARD Sendung „Hart aber Fair“ ausgestrahlt. Ab ca. Minute 49 wurde ich hellhörig. Der Moderator Frank Plasberg leitete einen kurzen Infofilm folgendermaßen ein: „Wie passiert das eigentlich? Wann entscheidet sich ein Mensch, der hier mitten in der Gesellschaft geboren worden ist, sich zu radikalisieren? Was macht ihn so anfällig? (…) Das BKA hat dazu eine interessante Studie gemacht.“
Bei dem Satz „Was macht ihn anfällig?“ hatte ich diesmal bereits ein komisches Gefühl. "Kommt da jetzt etwa was?", dachte ich. Normalerweise kommt nach solchen Sätzen nichts, was in meinen Augen die wirklichen Ursachen beleuchtet. Ich hielt kurz den Atem an und tatsächlich kam danach der Satz mit dem BKA. Dann sah ich die Zahl bzgl. 39 befragter Extremisten (die BKA Studie habe ich im Blog hier besprochen) und mir war klar, was jetzt kommt.

Es wurden dann in der Tat die Gemeinsamkeiten zwischen Rechtsextremisten, Linksextremisten und Islamisten herausgestellt: Eine kaputte, schwierige Familien (Trennung/Todesfälle, Alkohol/Drogen und/oder Gewalt).
Das Fazit der Studie wurde bei „Hart aber Fair“ wie folgt zitiert: „In welchem Extremismus diese Personen (…) landen, ist letztlich reiner Zufall.“ und „Überspitzt gesagt: Ein Islamist aus Dinslaken hätte in Sachsen genauso gut ein Rechtsradikaler oder in bestimmten Stadtteilen Berlins oder Hamburgs ein Linksradikaler werden können.“

Daraufhin bekam der anwesende Präsident des BKA - Holger Münch - das Wort: „Die Studie ist klein. Aber schon nach 30 Interviews gab es eigentlich keine neuen Informationen mehr. Diese Muster waren immer identisch.“, sagte er u.a.
Der Historiker Michael Wolffsohn fügte dann gleich kritisch an, dass der Muslim aus Dinslaken nicht zu den Linksradikalen und nicht zu den Rechtsradikalen gehen wird.  „Das ist keine wissenschaftliche Studie!“, sagte er. Immerhin versuchte Grünenfraktionschefin Katrin Göring-Eckhardt noch einmal zu erklären, dass die Ergebnisse der Studie schon hilfreich und der Prozesse der Radikalisierung identisch seien. 

Für mich war diese Sendung ein kleiner Erfolg. Immerhin wurde vor einem Millionenpublikum das Thema Kindheit von Extremisten aufgemacht. Dies kommt immer noch so selten bzw. fast gar nicht vor, dass ich dieses Ereignis hier mit diesem Blog-Beitrag hervorheben möchte. Irgendwann wird das Thema zu einer Selbstverständlichkeit werden, wenn es um Gewaltursachen geht.

Was mich störte: Die Diskussion um die BKA Studie wurde
1. von dem Einwand des Herren Wolffsohn gestört. Komisch, irgendwie gibt es bei solchen Diskussionen - auch im kleineren Rahmen oder in Onlineforen etc. - immer mindestens eine Person, die sofort dazwischenfeuert und der Sache die Luft rauben möchte, bevor sie überhaupt richtig vordergründig diskutiert und auch emotional verstanden wird. Ich habe noch nie erlebt, dass das Thema mal einfach angenommen oder auch mal kurz inne gehalten wurde. Danach findet man selten zur Spur zurück, weil man sich mit dem „Störfeuer“ befassen muss.

2.  Das Thema Kindheit wurde zwar eröffnet, aber nicht wirklich in den Vordergrund gestellt! Mir fehlten ein paar emotional kräftige Sätze was die Kindheitserlebnisse angeht. Worte wie „Probleme im Elternhaus“ sind da zu schwach, berühren nicht, werden der Realität auch nicht gerecht. Über den Hass als Ausdruck des aufgestauten Hasses in der Kindheit wurde kein Wort verloren. Auch das Wort Kinderschutz als ein wesentlicher Zweig für Prävention von Extremismus fiel nicht. Ebenfalls stand nicht die Frage im Raum, ob als Kind geliebte Menschen überhaupt Extremisten werden könnten. Solche Diskussionen sind ein Fortschritt, das erwähnte ich zuvor. Aber sie helfen in dieser Form nicht, den Nebel zu lichten. Die Menschen müssen verbal innerhalb solcher Diskussionen mit dem Kopf auf das Thema gestoßen werden, sonst drehen sie sich wieder weg.

Dienstag, 5. April 2016

Internationale Statistiken des Gewaltrückgangs

Dank des psychohistorischen Newsletters der GPPP bin ich auf eine Datensammlung aufmerksam geworden, die es wirklich in sich hat! Bzgl. diverser Themen findet mensch auf der entsprechenden Homepage übersichtliche Zahlen und Daten.

Steven Pinkers Arbeit habe ich hier im Blog mehrfach erwähnt, habe aber seine Tabellen nicht kopiert oder ausführlich zitiert. In folgendem Text über Mordraten im historischen Vergleich sind auch Statistiken von Pinker aufgeführt, aber auch die anderer Forschender: http://ourworldindata.org/data/violence-rights/homicides/

Dazu kommen Daten über Kriege:

http://ourworldindata.org/data/war-peace/war-and-peace-before-1945/
http://ourworldindata.org/data/war-peace/war-and-peace-after-1945/

Daten über Terror

http://ourworldindata.org/data/war-peace/terrorism/

Und noch einmal besonders interessant (das Thema hatte ich auch gerade in einem Beitrag besprochen): Gewaltraten in Stammesgesellschaften im Vergleich mit Gewaltraten in moderneren Staaten: http://ourworldindata.org/data/violence-rights/ethnographic-and-archaeological-evidence-on-violent-deaths/

In der Datensammlung gibt es auch einige Daten, die sich auf Kinder beziehen. Es gibt zwar keine Daten über Gewalt und Vernachlässigung gegenüber Kindern, aber Tabellen, die einen stetigen Rückgang der Kindersterblichkeit zeigen http://ourworldindata.org/data/population-growth-vital-statistics/child-mortality/,  einen stetigen Rückgang der Raten von Kinderarbeit http://ourworldindata.org/data/economic-development-work-standard-of-living/child-labor/ und einer Zunahme von der Beschäftigung mit Kinderrechten (vor allem ab 1970)  http://ourworldindata.org/data/violence-rights/cascade-of-rights/.

Die Verbesserung der Situation von Kindern steht - nach der psychohistorischen Theorie - in einem direkten starken Zusammenhang mit dem Gewaltrückgang in der Welt insgesamt, wie auch mit der zivilisatorischen Entwicklung und dem Fortschritt an sich (der wiederum auf die Kinderfürsorge zurückwirkt). 

Montag, 4. April 2016

Europäische Dschihadisten. Extremismus als eine von vielen destruktiven "Farbauswahlen"

Der Politologe Rik Coolsaet hat bzgl. europäischer Islamisten und Kämpfer in einem Text auf etwas hingewiesen, das mir hervorzuheben, besonders wichtig ist. In meinem Blog habe ich z.B. in Texten wie "Die Farben der Gewaltfolgen: Kinderbuchautor Janosch", "Die Farben der Gewalt: Ideologie ist niemals selbst Motivation für das Morden.", "Krieg als kurzfristige Transformation der Gewalt, die eh schon da ist?"  oder auch "Kindheit und mögliche Lebenswege: Willi Voss" bereits versucht deutlich zu machen, um was es mir geht.

Für mich sind mörderische Extremisten letztlich nur ein (besonders auffälliger) Teil des Gesamtpaketes an Folgeerscheinungen von Kindesmisshandlung. Man muss - darauf habe ich hier und da bereits hingewiesen - Kindesmisshandlung (in all ihren Varianten und Formen)  als eine Art von "Vergiftung" betrachten. Sie vergiftet die betroffenen Kinder und somit auch die später Erwachsenen. Ab einem bestimmten Grad der Gewalt und einer bestimmten Häufigkeit wirkt dieses "Gift" immer und nachhaltig. Wie sich die "Vergiftung" ausdrückt, hängt wiederum von unzähligen Faktoren (Geschlecht, Alter, sozialer Status und sozialer Rahmen, Intelligenz, Gene, Kultur, Religion, Besonderheiten der Zeit, technische Möglichkeiten, zufälligen Begegnungen usw. usf.)  ab, die wir wahrscheinlich nie wirklich zu 100 % in ihrem Wirkungszusammenspiel werden erfassen können.
Diese Faktoren lenken bildlich gesprochen das Gift in diese und jene Ausdrucksform oder - was wohl häufiger ist -  auch in mehrere verschiedene Ausdrucksformen. Die wichtige Schlussfolgerung daraus: Wenn sich ein Mensch, der als Kind misshandelt wurde, in einer Menge von Touristen in die Luft sprengt, dann bedeutet dies natürlich nach unserem empirischem Wissen nicht, dass sich alle als Kind misshandelten Menschen in die Luft sprengen würden. Ganz im Gegenteil. Solche Ausdrucksformen von Misshandlungserfahrungen und entsprechendem (Selbst-)Hass sind selten. Würden alle als Kind (schwer) misshandelten Menschen so agieren, wäre die Welt die reine Hölle.

Die anderen als Kind misshandelten Menschen laufen aber trotzdem mit ihrer inneren "Vergiftung" durch das Leben. So manche schaffen es auch, diese nach langer Therapie ein ganzes Stück weit los zu werden oder zu isolieren. Viele erleben aber im Alltag und ihrem Leben destruktive Folgen auf die eine oder andere Art. Und viele haben, sofern sie in ähnliche Gruppen und Dynamiken geraten würden, wie die Extremisten, durchaus ein inneres extremistisches Potential. Sie sind verführbar. In komplexen Situationen und außergewöhnlichen gesellschaftlichen Dynamiken wie z.B. der NS-Zeit zeigt sich deutlich, dass sich diese destruktiven Potentiale der Einzelnen zu einem Massenphänomen  entwickeln können.  Wäre die Mehrheit der Kinder um 1900 liebevoll und ohne Gewalt erzogen worden, wäre das NS-System nicht denkbar. Genauso sieht es heute bzgl. der extremistischen Gruppen aus. Könnten sie nicht auf "beschädigte, vergiftetet Seelen" zurückgreifen, sie fänden einfach keine Anhänger.

Nun, in dem Text Rik Coolsaet geht es nicht um die Kindheit der Extremisten. Er erwähnt diese gar nicht, aber das kennen wir ja schon... Trotzdem bringt er in einigen Sätzen die Dinge auf den Punkt.

Hier zunächst die Quelle: Coolsaet, Rik (2015). WHAT DRIVES EUROPEANS TO SYRIA, AND TO IS? INSIGHTS FROM THE BELGIAN CASE. EGMONT Paper 75. Gent: Academia Press.

Mir geht es um diese Textauszüge:

For a significant number of them, drugs, petty crime and street violence have been part of their former life. From the sources mentioned, one gets the impression of solitary individuals, sometimes also estranged from family and friends, who at a certain point became angry as a result of their estrangement. Going to Syria is one of a number of possible outlets for their anger. ‘Anger with an Islamic dressing,’ the Dutch Middle East expert Paul Aarts opined.“ (S. 11)

"But more often than not, today’s foreign fighters are not fundamentalists in the real sense of the word: their knowledge of Islam is generally extremely superficial." (S. 11)

Escape to Syria is one of a series of possible outlets, next to drugs and delinquency (not unexceptional for many Syria fighters), membership of street gangs, suicide or other deviant behaviour.“ (S. 18)

Religion spielt für die meisten heutigen europäischen Dschihadisten im Grunde keine Rolle. Ihr Extremismus ist nur ein möglicher destruktiver und oft auch selbst-destruktiver Weg von vielen möglichen, von denen viele Extremisten bereits einige gegangen sind: Drogen, Suizidgedanken, kriminelles Verhalten u.a. "Anger with an Islamic Dressing", das ist für mich der Kernsatz! Islamistischer Terror ist derzeit einfach die "Farbe" (oder Ausdrucksform der "Vergiftung"), mit der sich manch einer identifiziert, der 1914 vielleicht für den Kaiser in den Krieg gezogen wäre, der 1933 Hitler zugejubelt hätte oder der sich einfach in einem Waldstück umgebracht hätte. Hass bleibt Hass. Die Farben der Gewalt täuschen manch einem bzgl. der tieferen Ursachen. Wir müssen aber Auslöser, Gelegenheit, Gruppendynamiken und Ursachen trennen. (Auslöser, Gelegenheit, Gruppendynamiken werden von Forschenden und Experten oft zusammen als Ursachen betrachtet, was den Blick auf emotionale Faktoren verbaut.) Die eigentlichen Ursachen liegen in der Kindheit. Der Rest ist ein Rahmen, der zur Analyse gehört, sicher, aber der nicht die inneren Motivationen, den Selbsthass und die Bereitschaft zum Morden erklären kann.

Nebenbei bemerkt wissen wir heute dank vieler Studien so einiges über die destruktive Kindheit von Kriminellen. Diese Schablone können wir also auch auf diejenigen anwenden, die eine kriminelle Vorgeschichte haben und heute "geläuterte" Extremisten sind, was auf nicht wenige zuzutreffen scheint. Wir verfügen somit - neben den Fallbeispielen, die ich hier immer wieder im Blog besprochen habe - über eine empirische Grundlage und nicht nur über Mutmaßungen.