Freitag, 9. September 2011

12.960 Terroropfer innerhalb der USA seit dem 11. September

Zum 11. September wird aktuell wieder viel geschrieben und auch ich schrieb etwas dazu.

Vor einigen Monaten hatte ich einen Leserartikel bei ZEIT-Online eingereicht. Ich bekam eine positive Rückantwort, dass der Artikel für die ZEIT-LeserInnen von Interesse sein könnte und man ihn wohl veröffentlichen wolle, allerdings noch hier und da in Absprache mit mir Änderungen vornehmen müsste. Da ich nach meinen persönlichen Hintergründen gefragt wurde, gab ich u.a. auch meinen Blog bzw. den Text „Kindheit in den USA“ als Zusatzinfo an. Naja, danach bekam ich dann leider keine weitere Antwort mehr.

Vor einigen Tagen reichte ich dann den Artikel nochmal überarbeitet und geändert erneut ein. Leider bekam ich dann heute eine standardisierte Absage.
Ich kann über die Gründe für die Absage (nach anfänglicher Zusage) nur spekulieren. Vielleicht hat man es sich nach weiteren Besprechungen einfach anders überlegt, vielleicht wurden andere Artikel eingereicht, die man eher passend fand. Vielleicht war der Redaktion auch das Risiko zu groß, dass hinter meinem Blog ein „Spinner“ steht. Was ich ernsthaft nachvollziehen kann, denn im Netz und in Blogs treiben sich etliche Spinner herum. Dumm wäre es, wenn ein Spinner dann herum posaunt: „Seht her, sogar die ZEIT veröffentlicht etwas von mir.“ Nun, ich hätte in meinem Blog nicht darauf hingewiesen, dass ein Artikel von mir auf ZEIT-Online veröffentlicht worden ist. Mir ging es um den Inhalt und dessen Verbreitung und eine mögliche Diskussion mit den LeserInnen unter der Kommentarfunktion. Ich muss sagen, ich bin schon sehr enttäuscht, dass aus der Veröffentlichung nichts wurde. Darum veröffentliche ich jetzt den überarbeiteten Artikel hier in meinem Blog. (am 21. Januar 2011 hatte ich bereits etwas ähnliches geschrieben):

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Nach der UNICEF-Vergleichsstudie „Child Maltreatment Deaths in Rich Nations“ aus dem Jahr 2003 sterben in den USA jede Woche 27 Kinder auf Grund von Misshandlung und Vernachlässigung. (In Deutschland sterben 2 Kinder die Woche) Dazu muss erwähnt werden, dass sicher nicht alle Todesfälle von Kindern entsprechend gründlich untersucht werden und diese Zahlen real sicher noch etwas höher liegen. Nehmen wir sie trotzdem zur Grundlage. Demnach sterben in den USA jedes Jahr ca. 1.296 Kinder auf Grund von (meist elterlicher) Misshandlung und Vernachlässigung (und das ist nur die Spitze des Eisberges an Terror in Form von Misshandlungen, Missbrauch, Demütigungen und Vernachlässigung). Das sind seit dem 11. September 2001 ca. 12.960 durch meist elterlichen Terror qualvoll umgebrachte Kinder! Mehr als vier mal so viele Menschen, wie bei den Terroranschlägen in den USA umkamen...

Diese schrecklichen Ereignisse führten allerdings nicht dazu, dass ein „Krieg gegen den elterlichen Terror“ erklärt wurde und sich die "Special Forces" von Kampfhubschraubern aus in die gepflegten Vorstadtgärten der USA abseilten, um Razzien durchzuführen. Auch wurden keine Bomben über möglicherweise besonders verdächtige (sehr familienreiche) Orte abgeworfen. Keine Mutter und kein Vater wurde unter Folter zu einem Geständnis gezwungen. Man hörte weder Familienwohnräume ab noch setzte man Agenten in Kindergärten und Schulen ein. Letztendlich wurde noch nicht einmal viel über diese Terroropfer berichtet und geredet.

„Das Böse“, das die US-Führung und viele US-Bürger oftmals so gerne außerhalb ihrer Grenzen suchen und militärisch bekämpfen, scheint im Grunde ganz nah zu sein. Darum mein ernst gemeinter Rat zum 10jährigen Gedenktag an den 11. September: Liebe US-Regierung, investiert Milliarden Dollar in den Kinderschutz und die Jugendhilfe, sowohl bei Euch (In fast der Hälfte der US-Staaten dürfen LehrerInnen immer noch ihre SchülerInnen schlagen (!) und tun dies auch, da könnte man gleich mit einem neuen Kinderschutzgesetz anfangen), als auch international und ganz besonders in den sogenannten „Schurkenstaaten“. Dem Frieden auf der Welt wäre damit erheblich mehr gedient, als mit Euren herzlosen und leidbringenden Militärracheaktionen.