Mittwoch, 10. Januar 2024

Kindheit von Javier Milei

Über die Kindheit des Rechtspopulisten Javier Milei (in den Medien gerne auch als "Kettensägen-Präsident" bezeichnet) lässt sich relativ schnell einiges finden. Er selbst hat sehr deutlich über seine destruktiven Erfahrungen in seiner Familie berichtet. 

Er litt unter physischer und psychischer Gewalt zu Hause und Mobbing in der Schule, sagte er mehr als einmal. Misshandlungen, die ihn dazu brachten, die Verbindung zu seinen "Erzeugern", wie er sie nannte, jahrelang abzubrechen. Die Verbindung zu seinen Eltern stellte er erst wieder während der COVID-19 Pandemie her. (SAN JUAN 8 (2023, 14. Aug.). La vida de Javier Milei: traumas infantiles, raptos místicos y la obsesión por el dólar.)

O-Ton Javier Milei (von mir, der ich nur ein wenig Spanisch kann, mit Hilfe von Google übersetzt): "Mein alter Herr hat immer auf mich geschissen. Ich werde nie vergessen, wie er mich am 2. April 1982 verprügelte, als ich 11 Jahre alt war. Wir sahen alles über die Malvinas im Fernsehen und es kam mir in den Sinn, zu sagen, dass das wahnhaft war (…). Mein alter Herr bekam einen Wutanfall und fing an, mich zu schlagen und zu treten. Er trat mich durch die ganze Küche. Als ich älter wurde, hörte er auf, mich zu schlagen, um mir psychische Gewalt zuzufügen. (…) Können Sie sich den Unterschied zwischen einem 11-jährigen Jungen und einem Riesen von 1,90 und mehr als hundert Kilo vorstellen? Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass ich von diesem Moment an vor nichts anderem mehr Angst hatte.“

Original in Spanisch: „Mi viejo me cagaba a trompadas. No me olvido más de una golpiza que me dio el 2 de abril de 1982, cuando tenía 11 años. Estábamos viendo en la tele todo lo de Malvinas y a mí se me ocurrió decir que eso era un delirio, que nos iban a romper el culo. A mi viejo le agarró un ataque de furia y empezó a pegarme trompadas y patadas. Me fue pateando a lo largo de toda la cocina. De grande dejó de pegarme para infligir violencia psicológica. (…) Vos te imaginás la diferencia entre un nene de 11 años y un gigante de 1,90 y más de cien kilos? Lo que te puedo decir es que desde ese momento no le tuve miedo a nada más” (Gallardo, A. (2018, 07. Juli). La insólita vida privada y familiar de Milei, el economista más polémico.)

In der Öffentlichkeit sagte er dem zuvor zitierten Artikel nach auch, dass für ihn seine Eltern gestorben seien. 

In einem anderen Artikel wird er bezogen auf seinen Vater auch wie folgt zitiert:
Er sagte mir immer, dass ich Müll sei, dass ich verhungern würde, dass ich nutzlos sein würde“ (original: „Siempre me dijo que era una basura, que me iba a morir de hambre, que iba a ser un inútil“) (Oliva A. (2023, 19. Nov.). Javier Milei, el hombre “sin miedo a nada” que convenció a los argentinos de dinamitar el sistema y buscar un cambio radical. )

Auch dieses Zitat spricht für sich:
An unauthorised biography of Milei (…) paints him as a mercurial loner who suffered a childhood of parental abuse and schoolyard bullying during the 1980s and was given the nickname El Loco (The Madman).” (Phillips, T. (2023, 20. Nov.). Who is Javier Milei? Argentina’s new far-right president ‘El Loco’ takes the stage)

Nun, die Zeit seiner Präsidentschaft wird zeigen, in wie fern er seine aggressiven, destruktiven Neigungen, die er zuvor immer wieder öffentlich zur Schau getragen hat, politisch umsetzen wird. Er gilt als strikt libertärer Politiker, was u.a. meint, dass er dem Staat sehr wenig Einflussnahme zugesteht. Oder anders ausgedrückt: "Vater"-Staat soll nicht die Gestaltungsspielräume seiner Bürger ("Kinder") beschränken und sich weitgehend raushalten...


1 Kommentar:

Michael kumpmann hat gesagt…

Erstmal. Gut, dass du zumindest im letzten Absatz bemerkst dass der typ sich eben nicht als rechts sieht sondern als radikalliberal.

So Leute wie den sieht man in liberalen Gruppen leider zuhauf. Leute wie der (kannte den persönlich damals nicht aber andere pappenheimer. Außerdem war ich selbst mal ähnlich drauf.) Waren übrigens der Grund wieso ich damals vom Liberalismus weg wollte. Das war kein böser wille meinerseits, sondern eher dass solche Leute wie der in mir eher Abscheu regten.

(Wobei man hier fair sagen muss, milei ist schon ne lebende Karikatur und viele deutsche libertäre hassen den. Selbst Oliver janich. Der typ, der während Corona mit xavier naidoo kooperierte, hält, milei für gestört.)